FACTOR HUMANO 2008: García Moliner, ein humanistischer Naturwissenschaftler
By Sevilla Babel on Tuesday, March 11 2008, 20:23 - Gesellschaft: Universität - Permalink
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Federico García Moliner bekam den “Prinz-von-Asturien-Preis” in der Kategorie Wissenschaftliche und Technische Forschung für seine herausragende Arbeit als Physiker. Er ist einer der großen spanischen Wissenschaftler unserer Zeit, und trotzdem, hört man ihm beim Reden so zu, dann würde man nicht denken, dass es sich um eine berühmte Persönlichkeit handelt.Herausgeputzt mit einer fast malerischen Fliege und mit einem breiten Lächeln, erschien Moliner nicht nur zu seinem eigenen Vortrag, sondern besuchte auch die restlichen, an denen er mit großem Interesse teilnahm, in der Fragerunde Fragen stellte und das Wort ohne zu zögern auch mal den Studenten überließ, obwohl die Organisatoren ihm den Vorrang lassen wollten. Dies zu erwähnen, ist keinesfalls belanglos, da es eine Eigenschaft seines menschlichen Charakters ist, und darum ging es ja bei den Veranstaltungen.
Allein der Beginn seines Vortrags verdiente schon einen kräftigen Applaus: „Ihr werdet Euch fragen, wie man Naturwissenschaft betreibt... Nun ja, damit Ihr das versteht, lese ich etwas von Ana María Matute vor.“ Und er las uns vor, wie Ana María Matute den Prozess des Schreibens schildert. Für diejenigen von uns, die mit Naturwissenschaften nur in der Schule zu tun hatten, war es ein absoluter Genuss, einen solch exquisiten Vergleich zwischen besagter Naturwissenschaft und dem Schreiben zu hören. „Es gibt viel Schönheit in der Naturwissenschaft“, sagte uns Moliner und konnte dies zweifellos auch so vermitteln.
Seine Verteidigung der Kultur basiert auf dem Stellenwert, den diese hat, indem sie „die Art und Weise konditioniert, in der wir das Gehirn nutzen“. Unsere begrenzte Vorstellung dieser Art und Weise macht uns eine größere intellektuelle und persönliche Entwicklung unmöglich, weil wir darauf bestehen, „Kultur und materielle Welt, Kultur und Wissenschaft radikal zu unterscheiden, obwohl beide dieselbe Sache sind, oder, anders gesagt, beide Realität sind, die koexistieren und miteinander in Beziehung stehen“.
„Der Künstler und der Naturwissenschaftler sind sich so ähnlich...“, erzählte er uns, „beide suchen nach einer Erklärung der Welt und wollen sie weitervermitteln“. Eine wunderbare Form, Wissenschaft und Kunst, Schönheit und Ideen zu verstehen. Vielleicht dachte Moliner an Guernica oder an die Struktur der Fraktale, als er feststellte: „In der Kunst gibt es nicht nur Schönheit, sondern auch tiefgründige Ideen; und in der Wissenschaft gibt es nicht nur tiefsinnige Ideen, es gibt auch das Fassungsvermögen für die Schönheit“.
Sara Domínguez Martín
Übersetzt von Ricarda Lynn Otte
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